Wie Echtzeitdaten Oberflächenwasserfassungen schützen
Erfahrungen mit dem WaterSense-System und einem gemeinsam mit MPWiK Wrocław durchgeführten Pilotprojekt.
Oberflächenwasserfassungen sind Ereignissen ausgesetzt, die sich allein anhand regelmäßiger Stichproben nicht vorhersagen lassen.
Industrielle Einleitungen, Abfluss nach Starkregen, Störungen im Einzugsgebiet oder starkes Algenwachstum können die Wasserqualität zwischen zwei Probenahmen verändern. Laborergebnisse bleiben unverzichtbar, bilden jedoch nur einen bestimmten Zeitpunkt ab. Für den betrieblichen Schutz werden zusätzlich kontinuierliche Informationen über Richtung und Geschwindigkeit der Veränderungen benötigt.
Den größten Nutzen bietet die Verbindung von Feldmessungen, historischen Daten und dem lokalen Kontext der Wasserfassung. Das System sollte nicht nur den aktuellen Messwert anzeigen, sondern auch Anomalien erkennen, Ort und Zeitpunkt bestimmen und bewerten, ob der Betrieb betroffen sein kann. So wird Monitoring zu einem Werkzeug für Leitstellen, Verfahrenstechnik und Außendienst.
Von der Probe zur kontinuierlichen Überwachung
Messungen rund um die Uhr
WaterSense setzt dieses Modell mit autonomen Messstationen und der WaterMap-Plattform um. Die Stationen arbeiten rund um die Uhr, können je nach Konfiguration alle zehn Minuten Daten melden und mehr als 25 Parameter der Wasserqualität überwachen.
Dazu zählen unter anderem pH-Wert, Leitfähigkeit, Temperatur, gelöster Sauerstoff, Trübung, UV254-Absorption, CSB, TOC, Salzgehalt, Chloride, Nitrate, Chlorophyll-a, Phycocyanin und Hinweise auf mineralölbasierte Stoffe. Dank des modularen Aufbaus lässt sich der Messumfang an das Risiko der jeweiligen Fassung anpassen.
Daten als Entscheidungsgrundlage
Vom Messwert zur betrieblichen Reaktion
WaterMap stellt Daten mehrerer Standorte gemeinsam mit historischen Verläufen, Alarmgrenzen und Hinweisen auf Anomalien auf einer Karte dar. Betreiber sehen nicht nur einen einzelnen Wert, sondern auch Trends, Zusammenhänge zwischen Parametern und die Ausbreitung eines Ereignisses im Fluss oder Reservoir.
Dadurch können sie früher eine Kontrolle vor Ort veranlassen, die Probenfrequenz anpassen, die Aufbereitung vorbereiten oder die Entnahme vorübergehend begrenzen. Die Risikoanalyse verbindet Messwerte mit festgelegten Schwellen, möglichen Gefahrenquellen und der Fließzeit bis zur Fassung.
Ein Alarm erhält damit betriebliche Bedeutung: Er zeigt nicht nur eine Abweichung vom üblichen Bereich, sondern auch, ob und wann ein Ereignis die Fassung erreichen kann.
Pilotprojekt mit MPWiK Wrocław
Unter realen Bedingungen erprobt
Ein gemeinsam mit MPWiK Wrocław durchgeführtes WaterSense-Pilotprojekt stellte diesen Ansatz in der Praxis auf die Probe. Autonome Stationen lieferten regelmäßig Messwerte, während WaterMap die Daten in einer Ansicht bündelte und so Trendanalysen und eine schnellere Lagebewertung erleichterte.
Kontinuierliches Monitoring, Alarme und lokaler Kontext geben Betriebsteams mehr Zeit, ein Ereignis zu prüfen und angemessen zu reagieren. Der Schritt vom Einzelwert zum aktuellen Gesamtbild stärkt den Schutz der Wasserfassung.
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